GT12: Gemeinsamer Tarif 12 für Replay-TV

Hier findest du Antworten rund um das Thema GT12 und Replay-TV Werbung in der Schweiz.

Familie schaut fernsehen

GT12 - Was ist das und wozu ist es gut?

Die Abkürzung GT12 steht für “Gemeinsamer Tarif 12”. Die Gemeinsamen Tarife regeln die Urheberrechtsgebühren, die für geschützte Werke wie Filme, Texte, Musik etc. von Zattoo zu entrichten sind. In diesem Jahr gibt es im GT12 einige grössere Änderungen. Um diese zu verstehen, hilft ein kurzer Einblick in die Schweizer TV-Landschaft.

In der Schweiz haben TV-Zuschauer Zugriff auf eine überdurchschnittlich grosse Auswahl an TV-Programmen. Sendungen können ausserdem bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung zeitversetzt, also im Replay, angeschaut werden. Replay-TV wird immer beliebter und deshalb immer häufiger genutzt. Dies hat zur Folge, dass viele Nutzerinnen und Nutzer Werbung überspringen. Die TV-Sender benötigen jedoch die durch Werbung erzielten Einnahmen, um ihre Programme zu finanzieren. Sollte sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen, sehen die TV-Sender ihre Existenz bedroht. Sie sind zudem der Meinung, dass so die Programm-Vielfalt in der Schweiz gefährdet und es auf lange Sicht nur noch Pay-TV geben wird.

Die neue Teilvereinbarung des GT12 soll dieser Entwicklung entgegenwirken. Sie tritt voraussichtlich im September 2022 in Kraft.

Fernseher mit Schweizer Alpen

Das ändert sich mit dem neuen GT12

Die neue Teilvereinbarung des Gemeinsamen Tarif 12 bezieht sich im Speziellen auf Replay-TV, also zeitversetztes Fernsehen. Hierfür wird nun eine Gebühr eingeführt. Diese soll die Sender für ihre verlorenen Werbeeinnahmen entschädigen. Wie hoch die Gebühr ausfällt, hängt hauptsächlich davon ab, ob Werbung durch Vorspulen übersprungen werden kann. Mit anderen Worten entspricht der neue GT12 somit einer Zusatzgebühr für werbefreies Fernsehen. Nutzerinnen und Nutzer, die diese Gebühr nicht zahlen möchten, bekommen zukünftig nicht überspulbare dynamische Werbeblöcke angezeigt. Aus diesem Grund wird in den Medien auch oft von "Zwangswerbung" gesprochen.

Es handelt sich bei dieser sogenannten Branchenvereinbarung somit um einen Kompromiss, der nötig ist, damit Replay-TV überhaupt noch angeboten werden kann. Alternativ müssten die Replay Rechte mit jedem Sender einzeln ausgehandelt werden, was das TV-Erlebnis für Kunden und Kundinnen stark verschlechtern könnte.

GT12 Sender

Was passiert mit den Zusatzgebühren?

Die zusätzlichen Einnahmen durch das kostenpflichtige Replay-TV kommen grösstenteils den TV-Sendern zugute, die diese Branchenvereinbarung unterschrieben haben. Verbreiter wie Zattoo erzielen jedoch keine zusätzlichen Gewinne aus dieser Werbung.

Die folgenden Sender sind voraussichtlich bei der neuen Tarifvereinbarung dabei:

3+ HD, 4+ HD, 5+ HD, 6+ HD, 7+ HD, kabel eins HD, NITRO HD, n-tv HD, ProSieben HD, ProSieben MAXX HD, Puls 8 HD, RTL HD, RTLZWEI HD, S1 HD, SAT.1 GOLD HD, SAT.1 HD, SIXX HD, SUPER RTL HD, TV24 HD, TV25 HD, VOX HD, TeleZüri

Für alle anderen TV-Sender bleibt Replay-TV unverändert, einschliesslich der Möglichkeit Werbung zu überspulen.

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