TV-Empfang im Vergleich

Wie bei vielen Dingen gilt auch beim TV-Empfang: viele Wege führen nach Rom. Zu den klassischen Empfangswegen zählen Kabelanschluss, Satellit, IPTV oder Antenne, wobei Letztere in der Schweiz eher weniger relevant ist. Eine neue Form des TV-Empfangs hingegen ist TV-Streaming über das Internet. Damit kann Fernsehen nicht nur auf dem TV-Gerät im Wohnzimmer, sondern auch bequem und unkompliziert auf Smartphones, Tablets und Computern stattfinden. Im Gegensatz zu IPTV, bei dem TV-Signale ebenfalls über das Internet übertragen werden, funktioniert TV-Streaming dabei mit jedem Internetprovider.

Wir haben die gängigen TV-Empfangswege gegenübergestellt und die Vor- und Nachteile aufgeschlüsselt.

Wenn dein Fernseher schwarz bleibt …

Diese fünf Empfangswege für Fernsehen gibt es in der Schweiz:

  • TV-Streaming
  • IPTV
  • Kabel
  • Satellit
  • Antenne

1. TV-Streaming

TV-Streaming bezeichnet die Übertragung des Live-TV-Programms über das Internet. In Abgrenzung zu IPTV ist das TV-Signal dabei über alle Internetanbieter verfügbar und nicht an einen bestimmten Provider gekoppelt. Einer der wesentlichsten Vorteile des TV-Streamings liegt in der Einfachheit der Nutzung, die fast kabelloses Fernsehen erlaubt. Zum einen ist es möglich, das lineare TV-Programm auf vielen mobilen Endgeräten mit einer Smart-TV App direkt zu schauen, ohne dass zusätzliche Hardware wie ein Receiver notwendig wäre. Zum anderen etabliert sich TV-Streaming immer mehr als Alternative zu den klassischen Empfangswegen auf Grund der massiven Verbreitung von Smart-TVs und Streaming-Playern wie Apple TV und Chromecast und der damit wachsenden Vielfalt von Empfangsgeräten.
TV-Ratgeber

Tipp #1: Wenn du nicht sicher bist, woher aktuell dein TV-Signal kommt, dann frage einfach bei deiner Hausverwaltung nach. Häufig steht auch im Mietvertrag, ob du bereits für den TV-Empfang bezahlst.

Weitere Funktionen, die TV-Streaming als Empfangsweg ermöglicht, sind Sendungen aufzunehmen, zu pausieren oder von vorne zu starten. Viele TV-Streaming Anbieter (z.B. Zattoo) bieten zusätzlich eine Bibliothek an ausgewählten Sendungen auf Abruf an. Dieses Angebot wird auch “Video On Demand” genannt. Das heisst Fernsehen via TV-Streaming ist weder zeit- noch ortsgebunden.

Eine ausführliche Darstellung zu den Vor- und Nachteilen von TV-Streaming findest du hier.

2. IPTV Schweiz - Internetfernsehen

Der Empfang des Live-TV-Signals über IPTV gewinnt in der Schweiz zu Lasten des Kabelfernsehens mehr und mehr an Bedeutung. Fast jeder dritte Schweizer empfängt sein Signal derzeit über IPTV. Die bekanntesten Anbieter hierfür sind Swisscom und Sunrise. Ähnlich wie beim TV-Streaming (Internetfernsehen) wird das TV-Signal bei IPTV ausschliesslich über das Internet übertragen. Allerdings mit zwei wesentlichen Unterschieden:

Zum einen ist IPTV immer an einen Internetanschluss desselben Anbieters gekoppelt. Sprich Swisscom TV gibt es nur in Verbindung mit einem Internet- und Telefonanschluss bei der Swisscom. Ähnlich wie bei den Kabel-TV-Anbietern läuft ein Vertrag dabei zumeist über 12 Monate. Zum anderen werden für den Empfang ganz spezielle Empfangsgeräte benötigt. Diese sind ausschliesslich über den genutzten Anbieter erhältlich. Die Kosten für Receiver sind entweder in den monatlichen Abokosten enthalten oder werden als spezielle Hardwaremiete gesondert ausgewiesen.

TV-Ratgeber IPTV gehört bisher zu den kostenintensivsten Empfangswegen für Fernsehen. Das liegt vor allem darin begründet, dass das TV-Produkt nicht einzeln zu erwerben ist, sondern nur in Kombination mit Internet und Telefon desselben Anbieters, ein sogenanntes Triple Play. Monatliche Kosten von 70 - 120 Franken schlagen hier zu Buche, abhängig von der Internetgeschwindigkeit und der Anzahl der TV-Sender.

Dafür werden dem Nutzer aber einige innovative TV-Funktionen geboten. So können Sendungen wie beim TV-Streaming aufgenommen, pausiert und später weitergeschaut werden (Timeshift). All das geschieht in der Cloud. Auch die Replay Funktion, bei der Sendungen teilweise bis zu 7 Tage nach Ausstrahlung direkt über den Programmführer abrufbar sind, werden sowohl beim TV-Streaming als auch bei IPTV angeboten. Darüber hinaus enthalten die Receiver Zugang zu einigen Smart-TV Apps wie Mediatheken und haben Zugriff auf das Video On Demand-Angebot des jeweiligen Anbieters. Das Senderangebot umfasst bei den Einstiegspaketen bereits 100-120 Sender, davon ca. 60 in HD.

Tipp #2: Egal welchen TV-Empfangsweg du benutzt, die Billag Gebühr ist für alle gleich.

3. Kabelfernsehen

Der Kabelanschluss ist mit 60 Prozent aller Haushalte der am häufigsten verwendete TV-Empfangsweg in der Schweiz. Bei der Wohnung zur Miete ist die monatliche Anschlussgebühr von knapp 35 Franken dafür meist in den Nebenkosten “versteckt” und zwingende Voraussetzung für jedes weitere Angebot eines Kabelnetzbetreibers. Zahlt man die Gebühr direkt z.B. an UPC Cablecom beträgt der monatliche Betrag CHF 36.90.
Um Fernsehen schliesslich empfangen zu können, muss die Antennenbuchse in der Wand mit einem Koaxialkabel an das TV-Gerät angeschlossen sowie ein Sendersuchlauf durchgeführt werden. Die meisten modernen Flachbildfernseher haben dabei einen Tuner für DVB-C (Kabelfernsehen) bereits integriert.

TV-Ratgeber Das Senderangebot sowie weitere Dienstleistungen sind abhängig vom jeweiligen Kabelanbieter. In der Schweiz gibt es rund 300 privatrechtlich organisierte Kabelnetzbetreiber. Davon sind die meisten innerhalb des Verbandes Suissedigital organisiert.
Der grösste Kabelnetzbetreiber UPC Cablecom stellt mehr als 140 Sender und davon 85 in HD zur Verfügung. Darüber hinaus lässt sich das Angebot um weitere TV-Pakete erweitern, beispielsweise um ein Premium Plus oder einem Sports TV Paket. Ausserdem kann mit dem Horizon Go App das TV-Programm auch von unterwegs auf Mobilgeräten angeschaut werden. Dazu muss mit dem Kabelnetzbetreiber ein Vertrag geschlossen werden, der meist 12 Monate bindend ist. Als Neukunde kommen zahlreiche weitere Kosten wie Aktivierungs- und Versandkosten hinzu.

Tipps zur Kündigung des Kabelanschlusses haben wir dir hier zusammengestellt.

Die Vor- und Nachteile der TV-Empfangswege

TV-Streaming IPTV Kabel Satellit Antenne
Vorteile - günstiger Preis [br] - jederzeit kündbar [br] - Nutzung auf TV, Smartphone, Tablet und Computer ohne Zusatzkosten [br] - Replay, Pause und Aufnahmen möglich [br] - kostenloser Probemonat zum Premium-Angebot - zahlreiche Komfortfunktionen durch IPTV-Receiver (Aufnahme, Pause, Restart) [br] - Teleboy / Pay-TV-Option - mit Zusatzkosten umfangreiches Senderangebot [br] - digitaler Videorekorder mit Zusatzkosten erhältlich [br] - exklusive Sportrechte für Eishockey und dt. Bundesliga (optional, mit Mehrkosten verbunden) - umfangreichstes Senderangebot [br] - verzögerungsfreies TV-Signal -ohne Zusatzkkosten zu empfangen (ausser Billag)
Nachteile - leichte Verzögerung des Live-Signals [br] - keine Teleclub, Sky oder UPC myPrime Option - hohe Kosten [br] - lange Vertragslaufzeiten [br] - nur in Kombination mit Internetanschluss und Set-Top-Box des selben Anbieters [br] - leichte Verzögerung des Live-Signals - lange Vertragslaufzeiten [br] - Kabelanschluss mit Zusatzkosten als Grundvoraussetzung [br] - Multiscreen nur in Kombination mit Internetanschluss des selben Anbieters [br] - kein ausführlichen Testen vor Vertragsabschluss möglich - hohe Anfangsinvestitionen und Installationsaufwand [br] - hohe Komplexität wegen unterschiedlichen Satelliten und Verschlüsselungen [br] - Installation von Schüssel teilweise untersagt [br] - eingeschränkte Multiscreen-Funktionen - sehr kleines Senderangebot [br] - kein HD-Signal [br] - nicht überall verfügbar [br] - USB-Adapter für Mobilgeräte benötigen unhandliche Ausziehantenne. [br]

4. Satellitenfernsehen

Der Empfang des Fernsehsignals über Satellit ist ähnlich wie der Empfang über Antenne vernachlässigbar in der Schweiz. Nur knapp 7 Prozent aller Haushalte haben eine Satellitenschüssel auf dem Dach, auf dem Balkon oder an der Hauswand angebracht. Und da sind wir bereits beim Thema. Der Installationsaufwand einer Satellitenanlage - wenn der Vermieter dies überhaupt erlaubt - und die damit verbundenen Investitionen sind der grösste Hemmschuh beim Satellitenfernsehen. Die Preise für einen Satellitenreceiver sowie Zubehör variieren dabei je nach Ausstattung sehr stark.

TV-Ratgeber Ist die Satellitenanlage erst mal installiert, bietet der Satellitenempfang allerdings mit Abstand die grösste Auswahl an Sendern aller Empfangsarten. Der für das deutschsprachige Fernsehprogramm (z.B. ARD, ZDF) wichtigste Satellit ist Astra 19.2° Ost. Dieser transportiert weit über 1000 Sender. Neben zahlreichen Shoppingkanälen sind dabei alle deutschen öffentlich-rechtlichen Programme frei und ohne weitere Kosten in HD-Qualität verfügbar. Um dann zusätzlich die Programme der SRG empfangen zu können, welche über Hotbird 13° Ost ausgestrahlt werden, braucht man einen sogenannten Monoblock. Ein Monoblock ermöglicht es, mit einer Satellitenschüssel mehrere Satelliten zu empfangen. Die deutschen Privatsender sowie die Programme der SRG können nur mithilfe spezieller Receiver oder eines CI+-Moduls in Kombination mit Smartcards freigeschaltet werden. Die Smartcard für die Schweizer Sender kosten einmalig CHF 60.-, die HD+ Karte für Deutschland jährlich 60 Euro.

Zudem können beim Empfang über Satellit noch weitere Pay-TV Pakete erworben werden, z.B. SKY mit Sky Bundesliga, Sky Sport und Sky Film Paketen. Auch hier fallen monatliche Abogebühren an. Ausserdem werden dafür ebenfalls spezielle Satellitenreceiver oder CI-Module von Sky benötigt, die bei Vertragsabschluss buchbar sind.
Um das TV-Signal vom Satelliten auf ein Mobilgerät zu streamen, werden hochwertige Satelliten-Receiver mit Mehrfachtuner und SAT>IP Funktion benötigt. Das Streaming bleibt dann allerdings zumeist auf das eigene Heimnetzwerk beschränkt und umfasst dabei ausschliesslich frei empfangbare TV-Sender.

5. Antenne

Beim Antennenfernsehen oder auch terrestrischen Fernsehen wird das Signal über eine Zimmer- bzw. Hausantenne empfangen. In der Schweiz nutzt nur ca. 1 Prozent der Haushalte diesen Empfangsweg. Dies liegt vorallem daran, dass das Programmangebot sehr gering ist. Mit der Antenne können nämlich nur die SRG Sender empfangen werden. Wer sich doch für die Antenne entscheidet und zusätzlich Antennenfernsehen auf mobilen Geräten oder dem Laptop TV empfangen möchte, benötigt ein USB-Adapter mit Antennenaufsatz.

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