Nachhaltigkeit bei Zattoo

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Interview mit unserem CTO und Chief Climate Officer Dr. Stefan Lietsch

Bei Klimaschutz denken viele nicht zuerst an Streaming. Wie kam das Thema zu Zattoo?  

In den letzten Jahren gab es immer häufiger Berichte und Meldungen dazu, dass Streaming das neue Fliegen und ein echter Klimakiller sei. Gleichzeitig wuchs innerhalb von Zattoo der Wunsch, sich mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Bei einem Hackathon 2019 haben sich einige Mitglieder aus dem Team dazu entschlossen herausfinden, wie viel CO2 jedes Jahr bei Zattoo entsteht. Innerhalb von nur zwei Tagen hat das Team erste Ergebnisse geliefert. Das Projekt fand so viel Zustimmung beim Team und auch bei uns im Management, dass wir beschlossen haben, das Thema Nachhaltigkeit auch langfristig weiter zu verfolgen. 

Gerade einmal ein Jahr später ist Nachhaltigkeit zu einem unserer Unternehmenswerte geworden. Wir sind durch den Ausgleich unserer CO2-Emissionen klimaneutral und haben erste Projekte umgesetzt, um unsere Emissionen langfristig zu reduzieren. Wir haben ein eigenes Green Team bei Zattoo, dass sich regelmäßig zu aktuellen und weiteren Maßnahmen austauscht und sind Mitglied bei Leaders for Climate Action, einer Klimaschutzinitiative von über 300 digitalen Unternehmern aus der ganzen Welt.

Warum ist Nachhaltigkeit Teil der Unternehmenswerte bei Zattoo?

Nachdem wir bei Zattoo bereits erste Schritte in Richtung Nachhaltigkeit getan hatten, war uns schnell klar, dass wir dieses wichtige Thema auch in unsere Guiding Elements integrieren müssen. Die Guiding Elements sind die Dinge, die dem Unternehmen eine Richtung geben und inhaltlich die Zukunft von Zattoo bestimmen. Wir haben uns im Management Team lange dazu ausgetauscht, an welcher Stelle wir Nachhaltigkeit in unsere tägliche Arbeit integrieren. Am Ende sind wir zu dem Entschluss gekommen, Nachhaltigkeit als einen unserer Unternehmenswerte zu etablieren. Diese Unternehmenswerte bestimmen unser tägliches Verhalten und nehmen gleichzeitig Einfluss auf die langfristige Strategie von Zattoo. Als Teil der Unternehmenswerte wird Nachhaltigkeit zu einem unumstößlichen Grundprinzip. 

Die Unternehmenswerte werden von uns in allen möglichen Situationen angewendet: Bei der Auswahl neuer Zattooies, bei Feedbackrunden, in denen wir überprüfen, ob unser tägliches Handeln mit unseren Werten übereinstimmt, bis hin zum Setzen von Zielen für das Unternehmen. Das ist etwas, das uns immer begleitet. Deshalb ist es richtig und wichtig, Nachhaltigkeit als einen unserer sechs Unternehmenswerte zu haben.

Welche Ziele habt ihr euch für eine bessere Klimabilanz gesetzt?

Für uns ist es wichtig, genau zu wissen, wie wir unsere gesetzten Ziele auch wirklich erreichen können – das gilt besonders für das Thema Nachhaltigkeit. Wir streben bei Zattoo ein möglichst klimaneutrales Geschäft an. Dieses Ziel erreichen wir, indem wir uns die Bereiche anschauen bei denen wir sowohl den größtmöglichen Einfluss haben, als auch am meisten CO2 einsparen können. Daraus entwickeln wir dann konkrete Maßnahmen, die wir entsprechend hoch priorisieren. So stellen wir sicher, dass wir wirklich etwas bewegen anstatt nur darüber zu sprechen.

Eines unserer wichtigsten Ziele ist es, in Zukunft alle Server und Rechenzentren mit grünem Strom zu betreiben. Dadurch sparen wir einen Großteil unserer CO2-Emissionen ein. Einen ersten Schritt haben wir bereits erfolgreich gemeistert, indem wir unsere eigenen Server sowie unsere Büros in Berlin und Zürich mit grünem Strom versorgen. Im nächsten Schritt wollen wir auch alle externen Rechenzentren, zu denen vor allem die unserer B2B-Kunden gehören, vom allgemeinen Strommix auf Strom aus regenerativer Energiequellen umstellen. Dabei arbeiten wir eng mit unseren Kunden und Partnern zusammen. Im letzten Jahr hat bereits einer unserer größten Kunden seine Server auf grünen Strom umgestellt, weitere werden in diesem Jahr folgen.

Mit welchen einfachen Maßnahmen, können im Bereich TV-Streaming CO2-Emissionen eingespart werden?

Es gibt Maßnahmen, die jedes Unternehmen relativ einfach und schnell umsetzen kann. So bevorzugen wir bei Zattoo Zugfahrten statt Flüge, achten auf eine korrekte Mülltrennung, bieten vergünstigte Jobtickets an oder geben die Möglichkeit, über uns umsonst Fahrräder leasen zu können. Zudem können wir auch jene Bereiche positiv beeinflussen, die wir direkt selber steuern, wie zum Beispiel unsere Energielieferanten. Projekte wie die gemeinsame Zusammenarbeit mit windCORES, bei dem wir eines unserer Rechenzentren direkt in einer Windkraftanlage betreiben, lassen sich ebenfalls schnell und unkompliziert initiieren sowie die Kosten dafür verteilen. Genauso verhält es sich mit Maßnahmen, die direkt unseren eigenen Service betreffen, wie beispielsweise die Einrichtung eines Sleeptimers oder die Möglichkeit, auch mit reduzierter Bildqualität streamen zu können. 

Wo fällt es noch schwer, CO2 zu vermeiden?

Schwieriger wird die Reduzierung von CO2 in Bereichen der Wertschöpfungskette, die wir nicht selbst in der Hand haben und wo wir auf Dritte angewiesen sind. Dazu gehören zum Beispiel die Verteilernetze der Internetanbieter, die unsere Datenströme transportieren. Oder auch die Emissionen, die für die Herstellung der Endgeräte entstehen auf denen gestreamt wird. Weiterhin gehören dazu auch viele Emissionen, die oftmals gar nicht erst sichtbar sind. Zum Beispiel jene, die bei der Produktion und dem Betrieb der Kabel- und Mobilfunknetze erzeugt werden.

Laut Studien liegt ein großer Teil des CO2-Verbrauchs beim Videostreaming in der Netzinfrastruktur sowie bei den Endgeräten in den Haushalten. Hier klimaneutrale Lösungen zu finden erfordert eine enge Zusammenarbeit der gesamten IT- und Telekommunikationsbranche vom Internetanbieter über den Gerätehersteller bis zum TV-Verbreiter. Gleichzeitig müssen Verbraucher und Verbraucherinnen auf das Thema aufmerksam gemacht und entsprechend informiert werden. Nur so kann Streaming in Zukunft global und langfristig nachhaltiger werden.

Was macht Zattoo beim Thema Nachhaltigkeit anders als andere?

Mit der Berechnung unseres CO2-Fußabdrucks und der entsprechenden Kompensierung gehen wir einen Weg, den einige andere Unternehmen auch bereits gehen. Was uns aber von vielen anderen unterscheidet, ist die Motivation und Fähigkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Wir sind abenteuerlustig und der Überzeugung, dass es auch außergewöhnliche Ideen braucht, um unser Klima zu schützen. So haben wir gemeinsam mit windCORES ein Pilotprojekt gestartet, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Dinge anders zu denken und zu machen, das unterscheidet uns. 

Gleichzeitig wissen wir, dass wir nur gemeinsam mit anderen unsere Ziele erreichen können. Wir beobachten unsere Branche sehr genau, sind immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, gehen aktiv in den Dialog und teilen unser Wissen mit anderen. Egal ob in der Zusammenarbeit mit Instituten und Behörden, in der täglichen Arbeit mit unseren Kunden, mit Medienschaffenden, aber auch mit Studierenden, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Streaming auseinandersetzen. Wir wollen andere ermutigen mitzumachen. Wir haben keine große Vision, sondern gehen Schritt für Schritt voran. Wenn wir über Klimaschutz sprechen, ist für uns eines ganz klar: Es geht nur gemeinsam.

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