DVB-T2 Umstellung: Das musst du wissen!

Am 29.03.2017 wird das herkömmliche DVB-T Signal abgestellt. Mit der Umstellung auf DVB-T2 können dann auch HD-Sender empfangen werden, aber nur mit einem neuen Flachbildschirm (Modell 2015 / 2016) bzw. neuem DVB-T2 Receiver mit integriertem CI+ Modul. Einerseits wird die Anzahl der empfangbaren Sender aufgestockt, andererseits wird der Empfang von Privatsendern, wie RTL und ProSieben ab 29.03.2017 jedoch gebührenpflichtig.
Wir haben alle wichtigen Informationen zur Abschaltung von DVB-T zusammengefasst und die wichtigsten Fragen im FAQ beantwortet. Klicke auf die jeweilige Frage und du gelangst direkt zur Antwort.

DVB-T2 Umstellung: Häufig gestellte Fragen:

  1. Was ist DVB-T?
  2. Was ist der Unterschied zwischen DVB-T und DVB-T2?
  3. Bis wann muss ich umstellen?
  4. Was brauche ich, um DVB-T2 empfangen zu können?
  5. Welche Sender kann ich über DVB-T2 empfangen?
  6. Was kostet DVB-T2?
  7. Was sind die Alternativen zu DVB-T2?
  8. In welchen Regionen funktioniert der Empfang?
  9. Funktioniert DVB-T2 mit jedem Fernseher?
  10. Kann ich auch auf PC über DVB-T2 fernsehen?
  11. Was für eine Antenne brauche ich für den Empfang von DVB-T2?
  12. Was sind die Nachteile von DVB-T2?

1. Was ist DVB-T?

DVB-T beschreibt einen der klassischen oder traditionellen Wege lineares Fernsehen zu empfangen. DVB steht dabei für Digital Video Broadcasting, einem internationalen Standard zur Übertragung von digitalen TV-Signalen. Das “T” steht für terrestrisch und bedeutet vereinfacht gesagt, den Empfang über eine Antenne. Daher wird auch der Begriff digitales Antennenfernsehen verwendet.

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2. Was ist der Unterschied zwischen DVB-T und DVB-T2?

Die 2 in DVB-T2 weist ganz direkt auf die 2. Generation des digitalen Antennenfernsehens hin, die seit 31.05.2016 deutschlandweit aufgeschaltet wird. Die wesentliche Neuerung ist: Sender in HD Qualität statt SD, also eine Verbesserung der Bildqualität auf High Definition. Aus diesem Grund wird auch häufig von DVB-T2 HD gesprochen. Möglich macht das die Verwendung eines neuen Video Codecs namens HEVC (High Efficiency Video Codec/ H.265). Dieser Codec arbeitet sehr effizient und kann die höheren Datenmengen, die bei hochauflösendem Fernsehen anfallen, besser komprimieren.
Es gibt aber noch mehr Unterschiede bzw. Neuerungen gegenüber DVB-T: Preis, Empfangsgeräte, Verfügbarkeit, Senderanzahl usw. Wir haben die Unterschiede von DVB-T und DVB-T2 in einer Vergleichstabelle zusammengefasst.

DVB-T DVB-T2
Signalqualität SD (Standard Definition) MPEG-2 HD (High Definition) HEVC (H.265) Codec
Empfangsgeräte In meisten Flachbildfernsehern enthalten Nur in neusten Flachbildfernsehern enthalten (2015 / 2016 Modelle) [br] neue DVB-T2 Receiver mit DVB-T2 Logo und Freenet TV Logo für Privatsender
Senderanzahl stark abhängig von Region maximal ca 30 ca. 40
Privatsender in vielen Regionen frei empfangbar in allen Regionen verschlüsselt
Kosten Öffentlich-rechtliche und private Sender kostenlos Öffentlich-Rechtliche Sender kostenlos Privatsender 69,- Euro pro Jahr pro Empfangsgerät
Aufnahmen Digitale Videorekorder-Funktion im Receiver oder TV (über USB-Stick/-Festplatte) ohne Restriktionen Öffentlich-Rechtliche Sender über Digitale Videorekorder-Funktionen im Receiver oder TV (über USB-Stick/-Festplatte) ohne Restriktionen [br] Privatsender nur mit speziellen Receivern. Restriktionen wie Aufnahme- oder Vorspulsperren abhängig von Sendung und/oder Sendergruppe

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3. Bis wann muss ich umstellen?

Falls du weiterhin über Antenne dein TV-Signal empfangen willst, ist der wichtigste Stichtag für dich der 29.03.2017. Ende März 2017 wird nämlich die bisherige DVB-T Ausstrahlung komplett abgeschaltet und auf DVB-T2 umgestellt. Bis dahin gibt es eine Art Parallelbetrieb, sprich du kannst sowohl DVB-T als auch DVB-T2 HD empfangen. Im folgenden Schaubild siehst du, wie die Umstellung zeitlich geplant ist.

Abschaltung

> Finde heraus, welche Schritte für die Umstellung nötig sind.

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4. Was brauche ich, um DVB-T2 empfangen zu können?

Um DVB-T2 HD empfangen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten.

1.) Entweder du investierst in ein neues TV-Gerät und nutzt den darin eingebauten DVB-T2 Tuner.

2.) Du verwendest deinen bestehenden Fernseher weiter und kaufst dir einen externen DVB-T2 Receiver. Diesen Receiver schließt du dann per HDMI-Kabel an deinen Fernseher an. Ein neuer Receiver kostet circa 75 Euro.

Beim Kauf der neuen Hardware solltest du bereits darüber nachdenken, ob du ausschließlich freie öffentlich-rechtliche Kanäle sehen willst oder auch die Programme der Privatsender empfangen möchtest. Zur Orientierung helfen dir zwei Logos, die zeigen, welche Sendergruppen mit welchem Gerät zu empfangen sind. Das grüne DVB-T2 Logo zeigt an, dass das Gerät alle technischen Voraussetzungen erfüllt, um die freien Kanäle über DVB-T2 empfangen und darstellen zu können. Willst du auch die Privatsender, brauchst du einen Receiver mit Freenet TV Logo. Dieses Logo verdeutlicht, dass das Gerät auch die Voraussetzungen bietet, die verschlüsselten Privatsender empfangen zu können.

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5. Welche Sender kann ich über DVB-T2 empfangen?

Das Senderangebot bei DVB-T2 HD wird im Vergleich zu DVB-T auf ca. 40 Sender in HD Qualität ausgebaut. Im Vergleich zu allen anderen Empfangswegen (Kabel, Satellit, IPTV und TV-Streaming) ist die Senderauswahl somit deutlich geringer. Nach dem Stichtag Ende März 2017 stehen dir folgende Sender über DVB-T2 zur Verfügung:

Sender

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6. Was kostet DVB-T2?

Im Gegensatz zu DVB-T bleibt DVB-T2 nicht komplett kostenlos, denn in der neuen Generation wird preislich zwischen den frei empfangbaren öffentlich-rechtlichen (ca. 20 Sender) und den dann kostenpflichtigen Privatsendern unterschieden. Um Privatsender (z.B. RTL, ProSieben, Eurosport) empfangen zu können, benötigst du spezielle neue DVB-T2 Receiver oder ein sogenanntes CI+ Modul für deinen Flachbildfernseher. Zudem liegt der Jahresbetrag bei dem zuständigen Anbieter für den Empfang der Privatsender bei 69,- € und fällt für jedes Endgerät an, auf dem du die Privatsender sehen willst. Das heißt bei drei TV-Geräten pro Haushalt sind das bereits 207€ pro Jahr. Nach einem Jahr muss dann eine neue Guthabenkarte gekauft und aktiviert werden.

Mit folgenden Kosten musst du rechnen (mit Privatsender):

  • Externer Receiver: circa 75 Euro
  • ggf. neue Antenne, vorher Empfangscheck durchführen
  • Jahresbetrag für Privatsender: 69 Euro pro Empfangsgerät

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7. Was sind die Alternativen zu DVB-T2?

Andere Möglichkeiten um Fernsehsignale empfangen zu können, sind Satellit, Kabelfernsehen, IPTV und TV-Streaming über das Internet.
Mehr Informationen zu den Vorteilen von TV-Streaming, z.B. mit Zattoo, findest du hier. Zudem findest du auf der nächsten Seite eine Gegenüberstellung des Angebots aller TV-Streaminganbieter in Deutschland sowie eine Erklärung aller Vorteile, z.b. kostenlose Sender und Gerätevielfalt.

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8. In welchen Regionen funktioniert der Empfang?

Der Empfang des digitalen Antennensignals (DVB-T2 HD) funktioniert natürlich nur in Regionen, in denen es auch einen oder mehrere Sendemasten gibt, die das Signal ausstrahlen. Zu diesen Regionen gehören: Kiel, Rostock, Schwerin, Hamburg/L übeck, Bremen/Bremerhaven, Berlin/Postdam, Hannover/Braunschweig, Magdeburg, Düsseldorf/Rhein-Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Jena, Halle/Leipzig, Rhein/Main, Saarbrücken, Rhein-Neckar, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg, München.

DVB-T2-Regionen

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9. Funktioniert DVB-T2 mit jedem Fernseher?

Das ist abhängig von der Grundausstattung.

Mit einem zusätzlichen DVB-T2-Receiver funktioniert DVB-T2 HD mit allen Flachbildfernsehern. Fast alle verfügen über einen dafür benötigten HDMI-Eingang. Handelt es sich um einen alten Röhrenfernseher - und du willst diesen weiter nutzen - braucht der neue Receiver einen Scart-Ausgang. Hochauflösendes Fernsehen ist damit aber nicht möglich. Trägt das TV-Gerät das grüne DVB-T2 HD Logo, besitzt es bereits einen eingebauten Tuner und braucht keinen zusätzlichen Receiver.

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10. Kann ich auch auf PC über DVB-T2 fernsehen?

Dafür brauchst du grundsätzlich immer zusätzliche Adapter und Antennen. Da der in Deutschland verwendete DVB-T2 Standard noch recht neu ist, kommen die ersten Adapter für den PC erst jetzt so langsam auf den Markt. Diese können per USB an den PC angeschlossen werden und liegen preislich zwischen 40 bis 80 Euro. Neben dem USB-Stick benötigst du natürlich noch eine zusätzliche Antenne, welche wiederum mit dem USB-Stick verbunden werden muss.

All diese Lösungen sind bis dato ausschließlich für die freien, unverschlüsselten Sender der Öffentlich-Rechtlichen konzipiert und empfangen keinerlei Privatsender.

Willst du auch über den PC fernsehen, dann empfehlen wir dir TV-Streaming

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11. Was für eine Antenne brauche ich für den Empfang von DVB-T2?

Es gibt drei Arten von Antennen. Abhängig von Empfangsstärke des DVB-T2 Signal benötigts du eine Zimmer-, eine Außen- oder Dachantenne. Je weiter weg vom Sendemast der Empfang erfolgen soll, desto größer muss die benötigte Antenne sein. Neben der Entfernung zur Sendestation, ist die tatsächliche Empfangsstärke aber noch von weiteren Faktoren abhängig. Wohnst du im Erdgeschoss eines Neubaus mit Stahlbetonwänden kann der Empfang mit einer Zimmerantenne schwierig werden. Dann benötigst Du eine Antenne auf dem Dach.
Ausreichende Signalstärke vorausgesetzt, können bestehende Antennen weiter verwendet werden. Die Antenne muss immer mit dem neuen Receiver oder DVB-T2 tauglichen Fernseher verkabelt werden.

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12. Was sind die Nachteile von DVB-T2?

Generell verfügt DVB-T2 über die geringste Senderauswahl im Vergleich zu allen anderen Empfangswegen. Und das sogar, obwohl die Anzahl der Sender durch die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 auf insgesamt ca. 40 Sender zunimmt.

Wenn du über DVB-T2 auf deinem Computer, deinem Tablet oder deinem Smartphone fernsehen willst, wirst du in absehbarer Zeit immer auf zusätzliche Antennenadapter angewiesen sein. Kein aktuelles Mobilgerät hat die dafür benötigte Empfangstechnik nämlich integriert. Dies bedeutet, dass man neben einem neuen Receiver für das TV-Gerät auch noch in weitere Zusatzgeräte für Mobilgeräte oder Laptops investieren muss. TV-Streaming hingegen funktioniert auf allen Geräten mit Internetverbindung und ist eine mehr als vollwertige Alternative für Antennenfernsehen.

Darüber hinaus gibt es, Stand September 2016, noch gar keine Adapter, die neben den freien öffentlich-rechtlichen Programmen auch die kostenpflichtigen Privatsender entschlüsseln können. Diese sind erst für 2017 angekündigt. Die Jahresgebühr von 69 Euro wird für jedes Gerät fällig. Einige Vor- und Nachteile von Satelliten-, Kabel-, Antennenfernsehen, IPTV und TV-Streaming haben wir dir hier aufgelistet.

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