Zattoo eröffnet neue Möglichkeiten für Netzbetreiber

Mit Angeboten wie IPTV und Smartphone/Tablet TV gibt Zattoo kleinen und mittelgroßen Netzbetreibern die Möglichkeit, neue Kundenkreise und Umsatzquellen zu erschließen und mit den Branchengrößen schrittzuhalten, ohne selbst in entsprechende Technologien investieren zu müssen.

Bei den White-Label-Lösungen für B2B-Kunden profitiert Zattoo von zehn Jahren Erfahrung mit dem eigenen Internet-TV-Angebot für Endkunden, wie Gernot Jaeger, Chief Officer B2B TV Solutions, im Gespräch mit ANGA COM Daily erläutert: "Wir waren der erste und sind bis heute der größte Over-the-Top-TV-Anbieter (OTT) in Europa." Bis zu zwei Millionen Unique User pro Monat schauen inzwischen über die Zattoo-Plattform TV.

Seit vier Jahren ist Zattoo zusätzlich im B2B-Geschäft tätig. Der Fokus liegt auf komplett gehosteten und gemanagten Services für Netzbetreiber. „Wir bringen zum einen die TV-Plattform mit und zum anderen die Erfahrung mit Betrieb und laufender Weiterentwicklung des gesamten Service“, sagt Jaeger. „Die Netzbetreiber bringen dann den zweiten wichtigen Bestandteil für ein erstklassiges TV-Produkt mit, nämlich das gemanagte Netz.” Somit handelt es sich bei den TV-Services der Netzbetreiber nicht um OTT-TV, sondern um IPTV mit voller Quality of Service (QoS), wie Jaeger betont.

Zattoo startete im B2B-Bereich mit einem Service, mit dem Kabelnetzbetreiber ihren Kunden unter eigener Marke ein Second-Screen-TV-Angebot bereitstellen konnten. Seit zwei Jahren bietet Zattoo auch eine komplette IPTV-Lösung an, die den Hauptfernseher im Haushalt über eine Set-Top-Box anspricht. Dieser IPTV-Service ist unter anderem für Kunden wie die Telecom Liechtenstein oder die SAK St.Gallen erfolgreich in Betrieb.

Insgesamt hat sich bereits rund ein Dutzend Netzbetreiber in fünf europäischen Ländern für B2B-Lösungen von Zattoo entschieden: "Das B2B-Geschäft ist für Zattoo ein strategischer Schwerpunkt, von dem wir uns deutliches Wachstum versprechen", betont Jaeger. Als Dienstleister im Hintergrund kümmert sich Zattoo um die gesamte technische Abwicklung (Signal-Ingest, Encoding, Produktlogiken, Applikationen, Bereitstellung der Streams), bleibt aber für den Endkunden unsichtbar. Aus dessen Sicht kommt der TV-Service von seinem Netzbetreiber. Die Kundenbeziehung und Rechnungsstellung bleiben ebenfalls in den Händen des Netzbetreibers.

Mit dem jüngst geschlossenen Rahmenvertrag mit der Deutschen Netzmarketing GmbH (DNMG) geht Zattoo nun auf kleine und mittelgroße Kabelnetzbetreiber in Deutschland zu: Zum einen auf Kabler, die ihr DVB-C-Angebot um eine Second-Screen-Lösung ergänzen können. Zum anderen auf City Carrier und Stadtwerke, die nach Möglichkeiten suchen, in ihren Glasfasernetzen neben Internet und Telefonie auch Fernsehen (IPTV) anzubieten.

In beiden Modellen liegt nach den bisherigen Erfahrungen von Zattoo viel Potenzial für Netzbetreiber, erklärt Jaeger. Die Second-Screen-Funktion könnten Kabler etwa für einen monatlichen Aufpreis anbieten oder in höherwertige Pakete einbinden. City Carrier und Stadtwerke, die neben Internet und Telefonie auch IPTV anbieten, erschließen laut Jaeger einen neuen Umsatzträger, stärken die Kundenbindung und können auf Augenhöhe mit anderen Triple-Play-Anbietern konkurrieren.