TV-Empfangswege im Vergleich

Wie bei vielen Dingen gilt auch beim TV-Empfang: viele Wege führen nach Rom. Zu den klassischen Empfangswegen zählen Satellit, Kabelanschluss oder Antennenfernsehen (DVB-T/DVB-T2 HD). Eine neue Form des TV-Empfangs hingegen ist TV-Streaming über das Internet. Damit kann Fernsehen nicht nur auf dem TV-Gerät im Wohnzimmer, sondern auch bequem und unkompliziert auf Smartphones, Tablets und Computern stattfinden. Im Gegensatz zu IPTV, bei dem TV-Signale ebenfalls über das Internet übertragen werden, funktioniert TV-Streaming dabei mit jedem Internetprovider.

Wir haben die gängigen TV-Empfangswege gegenübergestellt und die Vor- und Nachteile aufgeschlüsselt.

Wenn dein Fernseher schwarz bleibt …

Diese fünf Empfangswege für Fernsehen gibt es in Deutschland:

  • TV-Streaming
  • Antenne
  • Kabel
  • Satellit
  • IPTV

1. TV-Streaming

TV-Streaming bezeichnet die Übertragung des Live-TV-Programms über das Internet. In Abgrenzung zu IPTV ist das TV-Signal dabei über alle Internetanbieter verfügbar und nicht an einen bestimmten Provider gekoppelt. Einer der wesentlichsten Vorteile des TV-Streamings liegt in der Einfachheit der Nutzung. Zum einen ist es möglich, das lineare TV-Programm auf vielen mobilen Endgeräten mit einer Streaming-App direkt zu schauen, ohne dass zusätzliche Hardware wie Receiver notwendig wäre. Durch die massive Verbreitung von Smart-TVs und Streaming-Playern wie Amazon Fire TV, AppleTV und Chromecast etabliert sich TV-Streaming zudem immer mehr als Alternative zu den klassischen Empfangswegen und bereichert die Geräteauswahl.
TV-Ratgeber

Tipp #1: Wenn du nicht sicher bist, woher aktuell dein TV-Signal kommt, dann frage einfach bei deiner Hausverwaltung nach. Häufig steht auch im Mietvertrag, ob du bereits für den TV-Empfang bezahlst.

Was TV-Streaming in Deutschland bisher jedoch nicht leistet bzw. nicht leisten darf, sind Funktionen, die vom traditionellen Videorekorder bekannt sind. So ist es bis dato aus rechtlichen Gründen noch nicht erlaubt Sendungen aufzunehmen oder zu pausieren. Dennoch zeigt sich in letzter Zeit die Tendenz, diese rechtlichen Restriktionen zu lockern. Hintergrund ist, dass Aufnahmen heutzutage streng genommen nur als Privatkopien auf einer heimischen Festplatte oder auf einer im Receiver verbauten Festplatte gespeichert werden dürfen. Aufnahmen beim TV-Streaming landen aber ausschließlich auf cloudbasierten Medien.
Nichtdestotrotz erlauben einige TV-Streaminganbieter in Kooperation mit einzelnen TV-Sendern bereits die Replay-Funktion, um eine Richtung für zeitversetztes Fernsehen auch mit TV-Streaming aufzuzeigen.

Eine ausführliche Darstellung zum Thema TV-Streaming findest du hier.

2. Antenne - DVB-T/ DVB-T2

Beim Antennenfernsehen oder auch terrestrischen Fernsehen wird das Signal über eine Zimmer- bzw. Hausantenne empfangen. In Deutschland nutzen circa 10 Prozent der Haushalte diesen Empfangsweg. Besondere Beliebtheit genießt der Empfang über DVB-T auf Zweitgeräten, z.B. im Schlafzimmer, da er bis dato - abgesehen von den Einmalinvestitionen für Receiver und Antenne - kostenlos ist. Das Angebot an Sendern schwankt allerdings stark von Region zu Region.

Derzeit findet die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 statt. Ab dem 29.03.2017 werden damit viele Bildschirme in Deutschland vorerst schwarz sein. Grund der Umstellung ist der Ausbau der Bandbreite um mehr HD-Sender verfügbar zu machen. Außerdem wird die Anzahl und Auswahl der verfügbaren Sender für alle Empfangsregionen angeglichen, sodass letztlich knapp 40 Sender empfangen werden können. Das sind zwar mehr Sender als beim bisherigen DVB-T-Standard, bleibt aber im Vergleich zu allen anderen Empfangswegen die mit Abstand geringste Anzahl. Welche Sender wo empfangen werden können, findet ihr auf unseren DVB-T2 HD FAQs.

TV-Ratgeber

Da nur die aktuellsten Fernsehgeräte bereits den Empfang von DVB-T2 HD unterstützen, wird nach der Umstellung zum Empfang ein neuer Receiver oder eben ein neues TV-Gerät benötigt. Mit der Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 ändert sich auch der Preis für das Antennenfernsehen. So wird zwischen unverschlüsselten und verschlüsselten Sendern unterschieden. Zu den verschlüsselten Sendern zählen alle Privatsender, welche nur noch kostenpflichtig empfangbar sein werden. Pro Empfangsgerät wir ddann eine Jahresgebühr von 69,00 € fällig.
Um über DVBT-2 auf mobilen Geräten oder dem Laptop TV empfangen zu können, wird ein USB-Adapter mit Antennenaufsatz benötigt.

Weitere Informationen zur DVB-T2 Umstellung findet du in unseren FAQs.

3. Satellitenfernsehen

Der Empfang des Fernsehsignals über Satellit ist so etwas wie der Platzhirsch bei den Empfangsarten. Knapp 50 Prozent aller Haushalte in Deutschland haben eine Satellitenschüssel auf dem Dach, auf dem Balkon oder an der Hauswand angebracht. Und da sind wir bereits beim Thema. Der Installationsaufwand einer Satellitenanlage - wenn der Vermieter dies überhaupt erlaubt - und die damit verbundenen Investitionen sind der größte Hemmschuh beim Satellitenfernsehen. Die Preise für einen Satellitenreceiver sowie Zubehör variieren dabei je nach Ausstattung sehr stark.

TV-Ratgeber Ist die Satellitenanlage erst mal installiert, bietet der Satellitenempfang allerdings mit Abstand die größte Auswahl an Sendern aller Empfangsarten. Der für das deutschsprachige Fernsehprogramm wichtigste Satellit ist Astra 19.2 Ost. Dieser transportiert weit über 1000 Sender. Neben zahlreichen Shoppingkanälen sind dabei auch alle öffentlich-rechtlichen Programme frei und ohne weitere Kosten in HD-Qualität verfügbar. Die Privatsender in HD sind hingegen - wie bei allen anderen Empfangswegen - kostenpflichtig und können nur mithilfe spezieller Receiver oder eines CI+-Moduls in Kombination mit einer Smartcard freigeschaltet werden. Diese Smartcards kosten 60 Euro im Jahr. In Standardqualität können Privatsender kostenlos empfangen werden

Zudem können beim Empfang über Satellit noch weitere Pay-TV Pakete erworben werden, z.B. SKY mit Sky Bundesliga, Sky Sport und Sky Film Paketen. Auch hier fallen monatliche Abogebühren an. Außerdem werden dafür ebenfalls spezielle Satellitenreceiver oder CI-Module von Sky benötigt, die bei Vertragsabschluss buchbar sind.

Um das TV-Signal vom Satelliten auf ein Mobilgerät zu streamen, werden hochwertige Satelliten-Receiver mit Mehrfachtuner und SAT>IP Funktion benötigt. Das Streaming bleibt dann allerdings zumeist auf das eigene Heimnetzwerk beschränkt und umfasst dabei ausschließlich frei empfangbare TV-Sender.

4. Kabelfernsehen

Nach dem Satellitenempfang ist der Kabelanschluss mit über 40 Prozent aller Haushalte der zweithäufigste TV-Empfangsweg in Deutschland. Bei der Wohnung zur Miete ist die monatliche Anschlussgebühr von knapp 20 Euro dafür meist in den Nebenkosten “versteckt” und zwingende Voraussetzung für jedes weitere Angebot eines Kabelnetzbetreibers. Um Fernsehen schließlich empfangen zu können, muss die Antennenbuchse in der Wand mit einem Koaxialkabel an das TV-Gerät angeschlossen sowie ein Sendersuchlauf durchgeführt werden. Die meisten Flachbildfernseher haben dabei einen Tuner für DVB-C (Kabelfernsehen) bereits integriert.

TV-Ratgeber Das Senderangebot ist abhängig vom jeweiligen Kabelanbieter. Die beiden großen Kabelnetzbetreiber in Deutschland (Vodafone und Unity Media) haben knapp 70 Sender und davon ca. 15 in HD in ihrem unverschlüsselten Grundangebot. Darüber hinaus lässt sich das Angebot um weitere TV-Pakete erweitern, um beispielsweise alle öffentlich-rechtlichen oder auch die privaten Sender in HD zu empfangen. Auch klassisches Pay-TV, wie z.B. Sky, lässt sich hinzubuchen. Dafür werden jedoch spezielle Module oder Receiver benötigt, welche zudem teilweise zum Aufnehmen genutzt werden können. Dazu muss mit dem Kabelnetzbetreiber ein Vertrag geschlossen werden, der meist 24 Monate bindend ist. Als Neukunde kommen zahlreiche weitere Kosten wie Aktivierungs- und Versandkosten hinzu.

Tipp #2: Egal welchen TV-Empfangsweg du benutzt, der Rundfunkbeitrag (GEZ) ist für alle gleich.

Die Nutzung auf Mobilgeräten wie Smartphone und Tablets ist ebenfalls an spezielle TV-Pakete gebunden und wird meist mit ca 5 Euro/Monat berechnet.

5. IPTV - Internetfernsehen

Knapp 5 Prozent der Haushalte in Deutschland nutzen IPTV für den Empfang des Live-TV-Signals. Die bekanntesten Anbieter hierfür sind die Deutsche Telekom mit EntertainTV und Vodafone. Ähnlich wie beim TV-Streaming (Internetfernsehen) wird das TV-Signal bei IPTV ausschließlich über das Internet übertragen. Allerdings mit zwei wesentlichen Unterschieden:

Zum einen ist IPTV immer an einen Internetanschluss desselben Anbieters gekoppelt. Sprich EntertainTV gibt es nur in Verbindung mit einem Internet- und Telefonanschluss bei der Deutschen Telekom. Ähnlich wie bei den Kabel-TV-Anbietern läuft ein Vertrag dabei zumeist über 24 Monate. Zum anderen werden für den Empfang ganz spezielle Empfangsgeräte benötigt. Diese sind ausschließlich über den genutzten Anbieter erhältlich. Die Kosten für Receiver sind entweder in den monatlichen Abokosten enthalten oder werden als spezielle Hardwaremiete gesondert ausgewiesen.

TV-Ratgeber IPTV gehört bisher zu den kostenintensivsten Empfangswegen für Fernsehen. Das liegt vor allem darin begründet, dass das TV-Produkt nicht einzeln zu erwerben ist, sondern nur in Kombination mit Internet und Telefon desselben Anbieters, ein sogenanntes Triple Play. Monatliche Kosten von 50 bis 80 Euro schlagen hier zu Buche, abhängig von der Internetgeschwindigkeit und der Anzahl der TV-Sender.

Dafür werden dem Nutzer aber einige innovative TV-Funktionen geboten. So können Sendungen mit den Receivern aufgenommen, pausiert und später weitergeschaut werden (Timeshift). Recht neu ist die Komfortfunktion des Instant Restart. Das bedeutet, dass solange die Sendung noch live ausgestrahlt wird, diese vom Sendebeginn erneut gestartet werden kann. Mit Replay sind Sendungen teilweise bis zu 7 Tage nach Ausstrahlung direkt über den Programmführer abrufbar. Darüber hinaus enthalten die Receiver Zugang zu zahlreichen Smart-TV Apps wie Mediatheken und haben Zugriff auf das Video On Demand-Angebot des jeweiligen Anbieters. Das Senderangebot umfasst bei den Einstiegspaketen bereits 70-80 Sender, davon ca. 20-30 in HD.

TV-Empfangswege im Vergleich

TV-Streaming Antenne (DVB-T2) Kabel Satellit IPTV
Vorteile - Günstiger Preis [br] - jederzeit kündbar [br] - Nutzung auf TV, Smartphone, Tablet und Computer ohne Zusatzkosten [br] ein Account für alle Geräte - klare transparente Preisstruktur [br] - TV-Signal in Full-HD - Mit Zusatzkosten umfangreiches Senderangebot [br] - Digitaler-Videorekorder mit Zusatzkosten erhältlich - umfangreichstes Senderangebot [br] - bestes TV-Signal - zahlreiche Komfortfunktionen durch IPTV-Receiver (Aufnahme,Pause, Instant-Restart)
Nachteile - bis jetzt keine direkte Aufnahmefunktion, aber teilweise RePlay [br] - leichte Verzögerung des Live-Signals - kleinstes Senderangebot [br] - Nicht überall verfügbar [br] - USB-Adapter für Mobilgeräte benötigen unhandliche Ausziehantenne. [br] - Bis dato Adapter nur für freie Sender verfügbar - lange Vertragslaufzeiten [br] Kabelanschluss mit Zusatzkosten als Grundvoraussetzung [br] - Multiscreen nur in Kombination mit Internetanschluss des selben Anbieters - Hohe Anfangsinvestitionen und Installationsaufwand [br] - Installation von Schüssel teilweise untersagt [br] - eingeschränkte Multiscreen-Funktionen - Hohe Kosten [br] - lange Vertragslaufzeiten [br] -nur in Kombination mit Internetanschluss des selben Anbieters [br] - leichte Verzögerung des Live-Signals

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